PORTFOLIO
DIE ZAUBERHAFTE WELT DER GEWÜRZE | STAFFEL 2
1. Kreuzkümmel aus der Türkei
Kreuzkümmel oder Kumin aus der Türkei gilt als die schmackhafteste Sorte dieses Gewürzes weltweit. Kreuzkümmel ist eines der wichtigsten Gewürze der türkischen Küche und wird von Hand auf den weiten Feldern Anatoliens geerntet. Der traditionelle Begriff für Kreuzkümmel. ist Kumin. Den deutschen Namen erhielt er wegen seiner äußeren Ähnlichkeit mit Echtem Kümmel. Er riecht und schmeckt aber ganz anders. Vom Taurusgebirge geschützt, ist Zentralanatolien das westlichste Verbreitungsgebiet des Gewürzes. Kein anderes Gewürz prägt die türkische Esskultur so stark wie Kumin, aus gutem Grund: die türkische Küche schätzt Hülsenfrüchte, und Kreuzkümmel hilft da eben bei der Verdauung.
2. Kapern von den Liparischen Inseln
Die „Inseln des Windes“ werden die Liparischen Insel nördlich von Sizilien genannt. Die Eilande sind berühmt für ihre Kapern. Die besten kommen von der Insel Salina. Auf einem Felsplateau über der schroffen Küste liegt der kleine Ort Pollara. Hier werden seit Generationen Kapern angebaut. Geerntet werden die Knospen des Kapernstrauches. Die Arbeit beginnt in den frühen Morgenstunden, bevor die erbarmungslose Mittagshitze einsetzt. Nach der Ernte werden die Knospen sofort in Meersalz konserviert. Über einige Monate fermentieren die Kapernknospen. Dann sind sie reif für den Verzehr.
Der Kapernstrauch ist perfekt an das Klima und den vulkanischen Boden der Insel angepasst. Das verleiht den Kapern von Salina ihr einzigartiges Aroma.
3. Kurkuma aus Indien
Für Indien ist Kurkuma weit mehr als nur eine Zutat – die goldene Wurzel ist ein Symbol für Heilung, Reinheit und Tradition. Seit Jahrtausenden wird sie in Ayurveda und Ritualen verwendet, während sie in der modernen Wissenschaft als „Superfood“ gefeiert wird. Der Film folgt der Reise der Kurkuma: von den weitläufigen Feldern Maharashtras über die belebten Märkte Mumbais bis zu den Hochzeiten, wo sie als heilige Paste bei der Haldi-Zeremonie aufgetragen wird. Hier soll Kurkuma nicht nur Glück bringen, sondern auch die Haut zum Strahlen bringen – ein Ritual, das Tradition und Gemeinschaft verbindet
4. Majoran aus Zypern
Majoran gilt als das Gewürz der Liebe. Kein Wunder, denn die Pflanze soll einst von Liebegöttin Aphrodite höchstpersönlich erschaffen worden sein – und zwar auf der Mittelmeerinsel Zypern. Mit 300 Sonnenstunden im Jahr galt Zypern schon in der Antike als Trauminsel mit einzigartigem Klima: schon damals ideal für den Anbau von Majoran. Noch heute bauen Familienbetriebe die Pflanze hier auf großen Feldern an. Einmal, selten auch zweimal im Jahr, wird er geerntet, getrocknet und anschließend traditionell gerebelt: Hierbei werden die Blüten, Blütenkelche und Blätter meist per Hand abgerieben. Das fertige Gewürz wird in Speisen verwendet, aber auch als Tee aufgegossen. In den letzten Jahren ist auch die Ölherstellung wieder in Mode – aus 200 Kilogramm Majoran kann ein Liter kostbares Öl gewonnen werden.
5. Safran aus Griechenland
Er gilt als das Gewürz der Götter: Safran. Drei rote Fäden aus der Blüte des Safran-Krokus. Kostbar und begehrt seit Menschengedenken. Schon vor über 3000 Jahren war er auf den griechischen Inseln der Ägäis ein wichtiges Handelsgut. Was ihn zu einem der teuersten Gewürze der Welt macht: Ernte und Verarbeitung der filigranen Fäden sind bis jetzt Handarbeit. Das Hauptanbaugebiet des griechischen Safrans liegt heute in der westmakedonischen Bergregion um die Stadt Kozani. Je nach Herkunft und Qualität kostet ein Gramm Safran um die 10 Euro.
6. Wacholder aus Albanien
Wacholder ist das Gold Albaniens. Der Nadelbaum wächst in den rauen Bergwäldern des Balkanlandes, braucht wenig Wasser und viel Sonne. Etwa 100.000 Menschen leben in Albanien vom mühsamen Sammeln der Wacholderbeeren – die botanisch gesehen Zapfen sind. Nur weibliche Bäume tragen solche Zapfen, die sich im Laufe von 18 Monaten von gelbgrün nach tief lila verfärben. Die äußeren Deckschuppen umschließen die anderen so glatt, dass der Eindruck von dunklen Beeren entsteht.Auf der Westseite der Balkanhalbinsel gelegen, herrscht in Albanien Mittelmeerklima. Mit regenreichen, aber milden Wintern und trockenen, warmen Sommermonaten. Hinzu kommen dünne Besiedelung und geringe Industrialisierung. Ideale Voraussetzungen für eine große natürliche Artenvielfalt. In der Küstenebene Albaniens gedeiht auch roter Wacholder, milder im Geschmack und einfacher zu ernten. Seine Lagunen und Feuchtgebiete der Küstengebiete sind wertvoller Rastplätze für Zugvögel. Der Film Wacholder aus Albanien von Jevgenij Rudnyi entdeckt Geschichten rund um den Wacholder, erzählt auf der prachtvollen Bühne der atemberaubenden Natur Albaniens.
7. Koriander aus Portugal
Koriander ist für Portugal mehr als nur ein Gewürz – er ist ein Stück kultureller Identität. Besonders im Alentejo prägt das Kraut nicht nur traditionelle Gerichte, sondern auch das Leben der Menschen, die es anbauen, ernten und zubereiten. Schon lange bevor die portugiesischen Seefahrer mit den Samen Handel trieben, war es in der Küche Portugals weit verbreitet und bis heute kann kein anderes Gewürz ihm hier den Rang ablaufen. Der Film erzählt die Geschichte eines Gewürzes, das Menschen, Tradition und Moderne verbindet – von den weiten Feldern des Alentejo über die Lagunen der Algarve bis in die kreative Gastronomie Lissabons.
8. Chili aus Arizona
Der Urahn unseres Supermarktpaprikas und fast aller Chilischoten wächst in der Sonora Wüste im Südwesten Amerikas. Entlang der Sonora-Wüste von Mexiko bis hinauf in die USA würzte Chiltepin die Speisen der Ureinwohner. Vögel trugen die scharfen Chilibeeren zuerst in die Weiten Mittelamerikas. Ihre andere Genetik macht sie unempfindlich für das Capsaicin darin, das es für Säugetiere so scharf macht. Als spanische Soldaten Mittelamerika eroberten, packten sie das schmackhafte Gewürz mit auf ihre Schiffe, die bis nach Ostasien reisten. So verbreitete sich Chili in alle Welt, veränderte seine Farbe und Schärfe. Die ursprünglichen wilden Chiltepin wachsen bis heute versteckt in Canyons in Arizona oder auf den Feldern im Norden Mexikos. Ethnobotaniker fahnden dort nach ihren Standorten. Denn in den Regionen beiderseits der Grenze, die kulturell eine lange gemeinsame Geschichte haben, gehört Chiltepin bis heute an fast jedes Gericht. Und sogar die lokale mexikanische Tanzgruppe, die an den Wochenenden die Landarbeiter unterhält, tanzt ein Stück zu Ehren des Chiltepin.
8 Episode
ARTE
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43MIN.